Logistikmanagement Studium

Kaffee aus Guatemala, Kleidung aus China und Tulpen aus den Niederlanden – all diese Dinge des täglichen Konsums werden aus weit entfernten Ecken unserer Welt zu uns gebracht. Möglich gemacht wird das Ganze erst durch komplexe logistische Prozesse und Abläufe. Wie diese genau organisiert werden und was sonst noch dahinter steckt, kannst du in einem Studium der Logistik bzw. des Logistikmanagements lernen.

Woher kommen eigentlich die Dinge, die wir tagtäglich konsumieren? Egal, ob Waren, Dienstleistungen oder Informationen – seit dem Siegeszug der Globalisierung stammen diese nur noch in den seltensten Fällen von Herstellern oder Dienstleistern in unserer unmittelbaren Nähe – möglich macht das die Logistik. Die Bedeutung der Logistikbranche erkennt man nicht nur an ihren jährlichen Umsätzen (allein in Deutschland wurden im Jahr 2013 ca. 230 Milliarden Euro erwirtschaftet), sondern auch an der Vielzahl an unterschiedlichen Logistik- und Logistikmanagement-Studiengängen, die in diesem Bereich angeboten werden.

Wusstest du, dass...

...Deutschland als einer der erfolgreichsten Logistik-Akteure weltweit gilt?

...Bestellungen, die noch am selben Tag geliefert werden, immer mehr zum Standard werden? So sind mittlerweile nur noch ca. 35 Prozent aller Kunden bereit, eine ganze Woche auf ihre Lieferung zu warten.

...es in Nordamerika nicht genug LKW gibt, um alle laufenden Logistikprozesse zu bewältigen?

...ein LKW-Fahrer in den USA pro Jahr eine Strecke von insgesamt rund 180.000 km zurücklegt?

...die am häufigsten verschifften Waren Lebensmittel, Elektronikgeräte, Möbel und Kleidung sind?

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Logistikmanagement Studium

Studieninhalte

Logistik hat die Aufgabe, die richtigen Waren, Güter und Informationen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Qualität und Menge bereitzustellen – und das alles so günstig wie möglich. Um sich dieser anspruchsvollen Herausforderung zu stellen, reicht es allerdings nicht, Organisationstalent mitzubringen – erfolgreiche Logistiker müssen sich mit Produktionsabläufen und -prozessen, Märkten und der BWL auskennen, wissen, wie Waren- und Lieferketten aufgebaut sind, analytisch denken, interkulturelle Kompetenzen besitzen und auch in stressigen Situationen stets einen kühlen Kopf bewahren. Mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten stellen sie so die Schnittstelle zwischen inner- und außerbetrieblichen Waren- und Informationsflüssen dar und sorgen für deren reibungslosen Ablauf. Um dieser vielschichtigen Aufgabe gerecht zu werden, ist das Logistik(management) Studium in der Regel sehr interdisziplinär aufgebaut und deckt unterschiedliche, sich ergänzende Themenbereiche ab.

Neben Inhalten aus der Logistik bzw. dem Logistikmanagement selbst, wie zum Beispiel

  • unternehmensinterne Logistik,
  • Lager und Bestandsmanagement,
  • Supply Chain Management,
  • Produktionslogistik,
  • Distributionslogistik,
  • Wertschöpfungsprozesse oder
  • Beschaffungs- und Einkaufscontrolling,

beinhaltet das Curriculum so auch viele betriebswirtschaftliche Module. Dazu gehören unter anderem

  • Mikro- und Macro-Ökonomie,
  • Buchführung,
  • Kosten und Leistungsrechnung,
  • Controlling,
  • Investition und Finanzierung sowie 
  • Projekt- und Qualitätsmanagement.

Da technisches, mathematisches und Management-Know-how in der Logistik ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, stehen aber z.B. auch

  • Informationstechnologie,
  • Regelungs- und Messtechnik,
  • Materialflusstechnik,
  • Technologiemanagement für logistische Prozesse,
  • Strategie und Organisation,
  • Statistik,
  • Wirtschaftsmathematik,
  • Managementhandeln oder
  • Leadership und Kommunikation

auf dem Lehrplan.

Aber Achtung: Je nach Logistik/Logistikmanagement-Studiengang kann es große Unterschiede bezüglich des konkreten Studienschwerpunkts geben – während manche Hochschulen ein stark interdisziplinär ausgerichtetes Studium anbieten, fokussieren sich andere z.B. auf den betriebswirtschaftlichen oder technischen Aspekt der Logistik bzw. des Logistikmanagements

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Um den Traum von einem Logistik- oder Logistikmanagement Studium in die Tat umzusetzen, müssen potentielle Studenten natürlich auch einige Voraussetzungen erfüllen. Wer einen Logistik-Bachelor machen möchte, der muss eine sogenannte Hochschulzugangsberechtigung mitbringen – das ist in der Regel das Abitur oder alternativ das Fachabitur.

Wie sieht es aber für alle Studieninteressenten ohne Abitur aus? Haben auch sie die Möglichkeit, Logistik bzw. Logistikmanagement zu studieren? Die Antwort lautet: Auf jeden Fall! Seit einiger Zeit haben sich die Zulassungsvoraussetzungen an den Hochschulen immer weiter gelockert – so werden mittlerweile nicht nur schulische, sondern auch berufliche Qualifikationen als Studienberechtigung anerkannt. Hilfreiche Informationen haben wir hier zusammengestellt: Logistik Studium ohne Abitur.

NC im Logistik Studium

Eine bestimmte Abschlussnote ist hin und wieder erforderlich. Aber eines vorweg: Der NC in der Logistik ist nicht allzu hoch und kommt auch nicht bei allen Hochschulen zu Einsatz. Wenn du dazu mehr wissen willst, schau mal hier: NC im Logistik Studium. Hier findest du direkt auch ein paar Beispiele, damit du einschätzen kannst, ob dein Abischnitt ausreichend ist.

Persönliche Voraussetzungen

Wer Logistik studieren will, sollte gute Mathekenntnisse und ein solides technisches Verständnis mitbringen. Denn in den betriebswirtschaftlichen Seminaren geht es viel um Zahlen und Analyse, in anderen Kursen stehen informationstechnische Themen und eventuell sogar ein paar ingenieurwissenschaftliche Aspekte auf dem Programm.

Dauer und Verlauf

Ein Bachelor in Logistikmanagement dauert sechs oder sieben Semester – das ist die Regelstudienzeit, die von den Hochschulen vorgesehen ist. Im Einzelfall geht ein Studium natürlich auch mal länger, zum Beispiel, wenn ein längeres Praktikum absolviert wird, ein Auslandsaufenthalt ansteht oder man sich ganz einfach etwas länger Zeit lässt.

In den ersten beiden Semestern werden zunächst die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Inhalte gelehrt und einzelne Logistikthemen. Die Inhalte werden danach spezifischer und Wahlmöglichkeiten lassen eine Spezialisierung auf bestimmte Bereiche zu (Wahlmodule werden häufig ab dem vierten Semester angeboten, teilweise aber auch schon eher).

Weil praktische Erfahrung heute überall großgeschrieben wird, ist ein Praktikum im Verlauf des Studiums absolut üblich und zwar sowohl an Fachhochschulen als auch an Universitäten. Häufig wird ein Mindestzeitraum von sechs bis acht Wochen angegeben, manchmal fällt die Praxisphase auch länger aus. Das Praktikum wird entweder in den Semesterferien absolviert oder ihm wird gleich ein ganzes Semester eingeräumt.

Übrigens, auch ein Auslandsaufenthalt ist häufig möglich. Viele Studierende gehen in der zweiten Studienhälfte, zum Beispiel im fünften Semester, an eine ausländische Hochschule, um hier zu studieren und so wertvolle, internationale Erfahrung zu sammeln. Auch ein Praktikum ist im Ausland möglich.

Das letzte Semester ist für das Verfassen der Bachelorarbeit vorgesehen. Hier geht man nicht mehr zu Lehrveranstaltungen, aber kann noch an Seminaren teilnehmen, die beim Schreiben der Abschlussarbeit helfen, zum Beispiel, indem man sich mit Mitstudierenden austauscht. Mit der Abgabe der Bachelorarbeit ist das Studium beendet und man bekommt den akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.) oder Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen.

Studienformen

Neben dem Vollzeit-Studium, bei dem man „hauptberuflich“ studiert, gibt weitere Studienmöglichkeiten. Berufstätige können zum Beispiel in Teilzeit studieren, entweder mit einem berufsbegleitenden Präsenzstudium vor Ort oder in Form eines Fernstudiums.

Und wer besonders großen Wert auf Praxiserfahrung im Studium legt, ist mit einem dualen Studium gut beraten. Darin halten sich Theorie und Praxis die Waage, ein wirklich einmaliges Modell mit sehr guten Zukunftsaussichten. Zu diesem besonderen Studienmodell haben wir eine eigene Rubrik erstellt, um dich umfassend über das duale Logistik Studium informieren zu können.

Studieninhalte

Im Master stehen ähnliche Inhalte wie im Logistikmanagement-Bachelor an – nur geht es hier noch mehr in die Tiefe und es kommen speziellere Themen dazu. Auf einem Stundenplan finden sich in der Regel Seminare zu

  • BWL,
  • Recht,
  • Logistikplanung,
  • Internationale Logistik,
  • Materialfluss sowie
  • Sozial- und Methodenkompetenz.

Je nach individueller Schwerpunktsetzung oder Ausrichtung der Hochschule können natürlich noch andere Themen vertieft behandelt werden. Mal ist es das Supply Chain Management, ein anderes Mal geht es um Industrie und Produktion oder das Transportwesen steht im Vordergrund. Fast immer beinhaltet ein Masterstudium ein eigenes Modul zum Projektmanagement. Hier werden planerische Kompetenzen vermittelt, zum Beispiel anhand eines Planspiels oder eines realen Projekts. Soft Skills werden vor allem durch eigene Seminare zu Rhetorik, Präsentation oder Moderation geschult. Diese sind besonders wichtig im Hinblick auf zukünftige berufliche Tätigkeiten, die nicht selten mit Führungsverantwortung verbunden sind. Der Studienplan sieht also nicht nur die Vermittlung rein fachlichen Wissens vor.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Um an einem Logistik- oder Logistikmanagement-Masterstudiengang teilzunehmen, müssen potentielle Studenten ein erstes abgeschlossenes Hochschulstudium mitbringen. Zur Teilnahme berechtigt ein Bachelor, ein Diplom und auch ein Magister. Die Hochschulen verlangen darüber hinaus, dass der erste Abschluss aus einem bestimmten thematischen Bereich (z.B. aus der BWL oder den Wirtschaftswissenschaften) stammt und einen bestimmten Notendurchschnitt hat.

Zusätzlich ist manchmal auch die Teilnahme an einer Eignungsprüfung oder einem vergleichbaren Test sowie der Nachweis über ein gewisses Maß an praktischer Erfahrung (z.B. durch ein Praktikum oder durch berufliche Erfahrung) notwendig. Für einen regulären Logistik- oder Logistikmanagement-Master sind das in der Regel mehrere Wochen; wer sich hingegen für den Master of Business Administration (MBA) interessiert, der muss eine mindestens einjährige berufspraktische Erfahrung im Bereich Logistik, Produktion, Vertrieb, Produktion, Controlling oder IT mitbringen.

Persönliche Voraussetzungen

Im Master werden Inhalte vertieft und Management-Kompetenzen geschult. Neben einem Grundwissen in wirtschaftlichen Themen, sind Soft Skills hilfreich: Gut organisieren können, den Überblick behalten und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten sind nicht nur im Studium hilfreich, sondern vor allem auch nach dem Abschluss – zum Beispiel, wenn man Führungsverantwortung übernehmen will.

Dauer und Verlauf

Ein Masterstudium der Logistik oder des Logistikmanagements hat normalerweise eine Dauer von vier Semestern, an manchen Hochschulen sind es sogar nur drei Semester.

Weil alle Masterstudierenden bereits umfassendes Know-how aus einem Erststudium haben, geht es hier inhaltlich gleich in die Tiefe. Schließlich ist die Studienzeit auch recht kurz – das ist auch der Grund, warum ein längeres Praktikum hier nicht mehr zwingend verlangt wird. Dafür steht jedoch häufig ein Praxisprojekt an, zum Beispiel in Kooperation mit einem lokalen Unternehmen. Daraus ergibt sich dann auch schnell ein Thema für die Masterarbeit. Diese wird im letzten Semester verfasst. Begleitende Seminare unterstützen beim Schreiben und ermöglichen den Erfahrungsaustausch mit Mitstudierenden.

Mit der Abgabe der Masterarbeit ist das Studium beendet. Wer das Studium erfolgreich beendet, bekommt den akademischen Grad Master of Science (M.Sc.) oder Master of Arts (M.A.) verliehen.

Studienformen

Mit einem Master aufsatteln, das geht nicht nur in Vollzeit. Wer zum Beispiel nicht direkt nach dem Bachelor an der Uni oder FH bleiben will, sondern in den Job einsteigen will oder bereits berufstätig ist, kann einen Logistikmanagement-Master und Beruf auch so unter einen Hut bringen: Mit einem Fernstudium oder berufsbegleitenden Präsenzstudium.

67 Hochschulen, die ein Logistikmanagement Studium anbieten

Karriere nach dem Studium

Die Logistikbranche zählt zu einem der wichtigsten deutschen Wirtschaftszweige und beschäftigt eine hohe Anzahl an unterschiedlich qualifizierten Fachkräften – vom Kraftwagenfahrer bis zum Logistikmanager.

Dabei haben vor allem studierte Logistiker immer bessere Berufsaussichten, denn ihr Anteil in der Branche wächst stetig. Das liegt vor allem daran, dass diese im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung immer komplexer wird und so immer mehr Bedarf an qualifiziertem Personal mit Management-Know-how und -Erfahrung besteht. So finden studierte Logistiker und Logistikmanager zum Beispiel Anstellungen als Logistikplaner oder -leiter, als Logistik-Technologe, Supply Chain Manager oder Projektplaner.

Benötigt werden sie dabei in so gut wie jeder Branche. Wer in der Logistik Karriere machen möchte, der sollte neben einem akademischen Abschluss vor allem ein hohes Maß an Teamfähigkeit, interkulturelle Kompetenzen, eine analytische Denkweise, Organisationstalent sowie Fremdsprachenkenntnisse mitbringen.

Mögliche Jobs

  • Logistikplaner oder -leiter
  • Logistik-Technologe
  • Supply Chain Manager
  • Projektplaner

Mehr Jobs und Infos zu Tätigkeiten für Logistiker findest du hier:

Berufswelt Logistik

Gehalt

Auch in puncto Gehalt sieht es für Logistikmanager gut aus, dafür sorgt die hohe Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. So kann sich das durchschnittliche Logistiker-Einstiegsgehalt mit 30.000 - 40.000 Euro (brutto) im Jahr durchaus sehen lassen.

Allerdings solltest du Gehaltsangaben immer mit Vorsicht genießen: Je nach Abschluss, Unternehmensgröße und Arbeitsplatz kann es hier nämlich große Unterschiede geben. So verdienen z.B. Akademiker deutlich mehr als ihre Kollegen mit Berufsausbildung, große Firmen zahlen besser als kleine und Angestellte in Ostdeutschland bekommen meistens weniger Gehalt als ihre Kollegen in West- oder Süddeutschland. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Branche, in der du als Logistiker tätig bist; so liegen die Gehälter in der Luftfahrt- oder Pharmabranche zum Beispiel deutlich höher als in der Tourismus- oder der Messebranche. Der Unterschied kann hier rund 10.000 - 20.000 Euro pro Jahr ausmachen!

Und wie sieht es mit der Gehaltsentwicklung aus? Auch hier haben Logistikmanager gute Karten – denn schon nach einigen Jahren im Beruf können sind Gehälter von 40.000 - 50.000 Euro drin. Wer es in leitende Positionen schafft, der kann 60.000 - 80.000 Euro im Jahr oder mehr verdienen – auch hier wieder in Abhängigkeit von den oben genannten Faktoren.

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Du willst noch mehr Zahlen zum Gehalt? Wir haben recherchiert, was Logistikmanager verdienen – die Ergebnisse bekommst du hier:

Gehalt in der Logistikbranche

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