Berufe in der Logistik

So komplex wie die Logistik ist, ist auch ihre Berufswelt. Es gibt unendliche viele Möglichkeiten in dieser Branche beruflich Fuß zu fassen. Hier stellen wir dir einige Möglichkeiten vor – vielleicht ist ja auch für dich der richtige Job dabei!

Logistik-Berufe im Management

Für die folgenden vorgestellten Berufe braucht man gutes Logistik-Fachwissen, aber auch jede Menge betriebswirtschaftliches Know-how.

Logistikmanager
Logistikmanager

Logistikmanager

Als Logistikmanager trägt man die Verantwortung für viele unterschiedliche Bereiche und muss sich dementsprechend mit vielen verschiedenen Themen auskennen – vom Marketing über die Betriebswirtschaft und die Kommunikation bis hin zur Vertriebssteuerung. Darüber hinaus kümmert sich der Logistikmanager auch noch um das Personalwesen und die Schulung und Qualifikation der ihm zugeteilten Mitarbeiter. Je nach Größe des Unternehmens und hierarchischen Ebenen, kann man als Logistikmanager ein Team, eine Abteilung, einen Bereich, eine Niederlassung oder das ganze Geschäft leiten.

  • Planung, Steuerung und Optimierung der Betriebsabläufe
  • Personalverantwortung und -qualifikation
  • Regionale Auftrags- und Angebotskalkulation
  • Kontroll- und Prüfungstätigkeiten
  • Erstellen von Vertriebsstrategien

Studium Logistik, BWL mit Logistik-Schwerpunkt oder technisches Studium mit Logistik-Ausrichtung

Berufliche Erfahrung, ggf. Führungserfahrung

Supply Chain Manager
Supply Chain Manager

Supply Chain Manager

Supply Chain Manager sind echte Spezialisten, wenn es um Güterflüsse geht. Vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt kennen sie jeden Schritt und Ablauf entlang der Warenkette und sorgen mit ihrem Know-how und ihrem Können dafür, dass alle relevanten logistischen Prozesse möglichst reibungslos und kostengünstig ablaufen. Hier sind vor allem strategisches Denken und Antizipationsvermögen gefragt. In Zeiten der Globalisierung müssen sich Supply Chain Manager außerdem nicht nur mit dem heimischen, sondern auch mit ausländischen und internationalen Märkten auskennen. 

  • Management der Waren- und Lieferkette
  • Planung und Koordination des Materialflusses
  • Prozessanalyse und -optimierung
  • Dispositionscontrolling
  • Monitoring
  • Bedarfsplanung

Studium Supply Chain Management, Logistik oder Logistikmanagement. Alternativ BWL-Studium mit logistischem Schwerpunkt.

Key Account Managerin
Key Account Managerin

Key Account Manager Logistik

Eines der höchstens Ziele eines jeden Unternehmens ist es, einen zufriedenen Kundenstamm zu schaffen und zu pflegen, denn: Nur glückliche Kunden werden in Zukunft auch weiterhin die Produkte und Dienstleistungen eines Betriebs beziehen und so zu dessen wirtschaftlichem Erfolg beitragen. Dementsprechend hat der Key Account Manager eine wichtige Aufgabe, denn er ist dafür zuständig, den bestehenden Kundenstamm zu betreuen und durch Akquise von Neukunden zu vergrößern und auszubauen. Um hier überzeugen zu können, muss man neben dem notwendigen logistischen Fachwissen vor allem auch gutes Verhandlungsgeschick mitbringen.

  • Kundenbetreuung
  • Neukundenakquise
  • Präsentation des Leistungsangebots
  • Vertrags- und Angebotsverhandlungen

Studium Logistik bzw. Logistikmanagement mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt, BWL-Studium mit logistischem Schwerpunkt oder andere wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge

Verkehrsleiter
Verkehrsleiter

Verkehrsleiter

Der Beruf des Verkehrsleiters ist durch eine EU-Verordnung geregelt, die dessen Tätigkeitsbereich genau definiert. Laut dieser ist seine Hauptaufgabe vor allem die dauerhafte Leitung der Verkehrstätigkeiten eines Unternehmens. Praktisch bedeutet das, dass der Verkehrsleiter die Verantwortung für alle Einzelaspekte der Transport- und Beförderungsdienstleistungen eines Unternehmens übernimmt. Er muss zum Beispiel kontrollieren, ob die Fahrer eine gültige Fahrerlaubnis haben, für die Einhaltung der Sozialstandards sorgen und darauf achten, dass die aktiv genutzten Fahrzeuge immer in einem einwandfreien Zustand sind. Die Position des Verkehrsleiters gibt es in jedem erlaubnispflichtigen Güterkraftverkehrs- und Personenbeförderungsunternehmen. Unternehmen, die ausschließlich Werksverkehr betreiben, sind hingegen nicht verpflichtet, einen Verkehrsleiter anzustellen.

  • Kontrolle und Instandhaltung des Fuhrparks
  • Rechnungsführung
  • Disposition von Ladung und Personal
  • Prüfung der Einhaltung von Sicherheitsstandards
  • Qualifikation und Weiterbildung der Fahrer

Studium Logistik bzw. Logistikmanagement, Verkehrsbetriebswirtschaft, Verkehrslogistik oder Ähnliches

Kaufmännische Ausbildung aus dem Bereich Logistik und Speditionswesen

Bestandende Fachkundeprüfung der Industrie- und Handelskammer

Disponent
Disponent

Disponent

Damit die häufig sehr komplexen logistischen Prozesse in Unternehmen reibungslos ablaufen, braucht es jemanden, der den Überblick über die Zuteilung von Ressourcen hat, das Personal entsprechend seiner Fähigkeiten einteilt und den Transport von Waren organisiert und überwacht. Hier kommt der Disponent (manchmal auch Logistikplaner genannt) ins Spiel: Er koordiniert Lieferungen, überwacht die termingerechte Erledigung von Aufgaben und teilt den Mitarbeitern eines Unternehmens ihre Aufgaben zu. Parallel kümmert er sich ebenfalls um die Abrechnung und die Qualitätssicherung und sorgt mit Maßnahmen des Controllings für die Wirtschaftlichkeit der ablaufenden Logistik-Prozesse.

  • Koordination von Waren und Ressourcen sowie deren entsprechende Einteilung
  • Administration des Personalwesens
  • Qualitätsmanagement
  • Planung und Kontrolle von logistischen Prozessen
  • Controlling

Abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistungen

Studium der Logistik bzw. des Logistikmanagements oder der BWL mit einem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt

Logistik-Berufe in Technik und IT

Auch Techniker sind in der Logistik gefragt! Denn viele logistische Prozesse funktionieren nur so reibungslos, weil Wirtschaftsingenieure und Informatiker das ermöglichen.

Logistik-Ingenieurin
Logistik-Ingenieurin

Logistik-Ingenieur

Der Logistik-Ingenieur hat in erster Linie eine Aufgabe: Den Überblick zu behalten! Er ist vor allem in produzierenden Unternehmen im Einsatz und hat dafür Sorge zu tragen, dass Prozesse ordnungsgemäß ablaufen, Einzelteile zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und immer genug Nachschub unterwegs ist. Sein technisches Fachwissen befähigt ihn, die Qualität von Ware einzuschätzen, Lieferanten auszuwählen und technische Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Der Logistik-Ingenieur kümmert sich auch um die Kundenbetreuung und individuelle Kundenaufträge. Da er an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik arbeitet, ist sein Beruf sehr abwechslungsreich und vielfältig.

  • Warenannahme und Warenkontrolle
  • Warenkoordination
  • Kundenbetreuung
  • Prozessoptimierung
  • Administration

Studium der Logistik mit einem ingenieurwissenschaftlichen oder betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt, des Maschinenbaus mit einem logistischen Schwerpunkt, des Wirtschaftsingenieurwesens, des Technischen Managements oder Ähnliches

IT-Fachkraft
IT-Fachkraft

IT-Fachkraft Logistik

Die Informatik ist aus der Logistikbranche heutzutage nicht mehr wegzudenken. Egal ob im Lager, beim Transport oder der Warenadministration; sämtliche logistische Prozesse laufen mittlerweile computergestützt ab. Warenwirtschaftssysteme und andere Softwares spielen nicht nur bei der Koordination und Verwaltung eine wichtige Rolle, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Prozess- und Kostenoptimierung. In der Logistikbranche haben spezialisierte IT-Fachkräfte vor allem die Aufgabe, die passende Software für die Bedürfnisse eines Unternehmens auszuwählen, zu implementieren und zu administrieren.

  • Planung, Implementierung und Programmierung von Software
  • Erarbeiten von individuellen Lösungskonzepten
  • Wartung, Optimierung, Weiterentwicklung
  • Qualitätssicherung
  • Kundenbetreuung

Studium der Informationslogistik, der Informatik, der Wirtschaftsinformatik bzw. der Wirtschaftswissenschaften mit einem IT-Schwerpunkt oder Ähnliches

Ausbildung zum Fachinformatiker

SAP Consultant Logistik
SAP Consultant Logistik

SAP Consultant Logistik

Die Abkürzung SAP steht für „Systeme, Anwendungen, Produkte“ und ist eine Software, die von Unternehmen für die Abwicklung aller Geschäftsprozesse verwendet wird. Sie kommt vor allem im betriebswirtschaftlichen Kontext zum Einsatz und wird unter anderem für Controlling, Vertrieb, Einkauf und Lagerhaltung verwendet. Dementsprechend kommen auch Unternehmen der Logistikbranche mittlerweile nicht mehr ohne SAP aus und haben einen hohen Bedarf an entsprechend qualifizierten Mitarbeitern.

  • Analyse und Konzeption von SAP-Lösungen
  • Implementierung und Instandhaltung
  • Software-Customizing
  • Projektleitung
  • Kundensupport und -Betreuung

Studium der Logistik bzw. des Logistikmanagements mit Informatik-Schwerpunkt, der Informationslogistik, der Wirtschaftsinformatik oder der Informatik

Weiterbildungen im SAP-Bereich

Weitere Berufe in der Logistik

Marketing und Kommunikation oder – statt freie Wirtschaft – lieber in die Forschung? Auch das geht alles! Denn die Logistik bietet auch abseits der augenscheinlichen Berufsfelder verschiedene Karriereoptionen!

Gefahrengutbeauftragter
Gefahrengutbeauftragter

Gefahrengutbeauftragter

Der internationale Warenverkehr beinhaltet natürlich nicht nur „harmlose“ Waren wie Lebensmittel oder Textilien. Tagtäglich müssen hier auch potentiell gefährliche Güter, wie zum Beispiel Industriemüll, transportiert und gelagert werden. Für diese Art von Fracht gelten selbstverständlich andere Regeln und Maßstäbe. Hier kommt der Gefahrengutbeauftragte ins Spiel: Er kümmert sich darum, dass alle entsprechenden Auflagen und Vorschriften eingehalten werden, dass der Weg des Gefahrenguts lückenlos dokumentiert wird und dass die mit dem Transport beschäftigten Mitarbeiter entsprechend geschult werden. So leistet er einen wichtigen Beitrag, um die Risiken von Gefahrenguttransporten auf ein Minimum zu beschränken.

  • Analyse und Behebung von Schwächen und Mängeln bei Gefahrgut und Arbeitssicherheit
  • Sicherheitsprüfungen
  • Entwickeln von Unfall-Maßnahmenplänen
  • Gefahrengutrechtliche Einstufungen
  • Überwachung
  • Schulungen im Gefahrengutbereich

Kann je nach Art des Gefahrenguts variieren; in Frage kommen zum Beispiel:

eine kaufmännische Ausbildung im Bereich Spedition/Logistik

ein Studium der Logistik bzw. des Logistikmanagements, der Chemie oder des Ingenieurwesens

Zusatzqualifikation als Fachkraft für Gefahrengut bzw. für Arbeitssicherheit

Einkäuferin
Einkäuferin

Einkäufer Logistik (Materialwirtschaft)

Einkäufer sind dafür zuständig, Waren und Dienstleistungen zu kaufen und dafür zu sorgen, dass ihr Unternehme diese zu möglichst günstigen Konditionen erhält. Dafür braucht es nicht nur Verhandlungsgeschick, sondern auch ein umfangreiches Wissen über das Geschehen und Trends am Markt. Einkäufer kommen sowohl im strategischen als auch im operativen Bereich zum Einsatz: Während sie sich im ersteren vor allem mit der Konzipierung von Beschaffungsprozessen und -strategien beschäftigen, sind sie im letzteren eher für die praktische Ausführung und Umsetzung zuständig. Dementsprechend gibt es auch hinsichtlich der konkreten Aufgaben große Unterschiede.

Im strategischen Bereich:

  • Marktanalyse, Marktbeobachtung und Angebotsvergleiche
  • Verhandlungsgespräche
  • Lieferantenauswahl
  • Erstellen von Beschaffungsstrategien

Im operativen Bereich:

  • Beschaffung
  • Lieferantengespräche und -besuche
  • Performance-Controlling mit Hilfe von SAP
  • Kontrolle von Lieferfristen und Waren 

Studium Logistik mit betriebswirtschaftlichem bzw. materialwirtschaftlichem Schwerpunkt, Studium Supply Chain Management, BWL-Studium mit logistischem Schwerpunkt, des Wirtschaftsingenieurwesens oder Ähnliches

Logistik-Controllerin
Logistik-Controllerin

Logistik-Controller

Das Logistik-Controlling hat in erster Linie die Aufgabe, die Wirtschaftlichkeit von ablaufenden Logistikprozessen sicherzustellen und gegebenenfalls zu verbessern. Logistik-Controller nutzen Software und bestimmte Kennzahlen, um verschiedene Systeme und Prozesse zu planen, zu überwachen und zu steuern. Dabei arbeiten sie vor allem mit Informationen und Daten, die es zu analysieren und zu bewerten gilt und auf deren Grundlage dann Entscheidungen getroffen werden; ein Faible für Zahlen sollten Logistik-Controller also auf jeden Fall mitbringen.

  • Erstellen von Analysen
  • Informations- und Datenauswertung
  • Daten-Monitoring
  • Implementierung von Kennzahlensystemen für Logistikprozesse
  • Kostenkontrolle und Reporting

Studium der BWL mit logistischem Schwerpunkt oder alternativ der Logistik bzw. des Logistikmanagements mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt

Marketing-Referentin
Marketing-Referentin

Marketing-Referent Logistik

Logistik-Unternehmen bieten unzählige unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen an; wer hier auffallen will und die Aufmerksamkeit von potentiellen Kunden erlangen möchte, der muss mit einer ausgeklügelten Marketing-Strategie punkten. Dazu zählen neben ausgefallener Werbung unter anderem auch eine stetige Weiterentwicklung und Verbesserung des betreffenden Produkts, die Präsentation in der Öffentlichkeit und die Kundenbetreuung.

  • Markenbetreuung
  • Konzept- und Produktentwicklung
  • Pflege von Pressekontakten
  • Präsentationen auf Messen und Veranstaltungen
  • Projektmanagement
  • Markt- und Konkurrenzanalyse

Studium der Logistik bzw. des Logistikmanagements mit einem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt, des Marketings, der Kommunikationswissenschaften oder Ähnliches

Kommunikationsmanager
Kommunikationsmanager

Kommunikationsmanager Logistik

Kommunikationsmanager gibt es in vielen Branchen – auch in der Logistik spielen sie eine wichtige Rolle. Sie sind dafür verantwortlich, eine störungsfreie Kommunikation und Informationsverarbeitung zu generieren; das gilt sowohl für inner- als auch für außerbetriebliche Kommunikationsprozesse. Je nach Schwerpunkt arbeiten sie dabei beispielsweise im Intranet eines Unternehmens oder im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Da Kommunikationsprozesse heutzutage vor allem digital bzw. online ablaufen, nutzen Kommunikationsmanager tagtäglich die entsprechenden Techniken und Softwares; eine gewisse Technikaffinität sowie Erfahrung in der Nutzung von Online-Medien sollte hier also auf jeden Fall vorhanden sein.

  • Planung und Umsetzung von Kommunikationsprozessen
  • Konzeptionelle und inhaltliche Aufbereitung von Themen für die interne Kommunikation
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Betreuung des Intranets
  • Konzeption von Kommunikationsstrategien

Studium der Logistik mit kommunikationswissenschaftlichem Schwerpunkt, der Kommunikationswissenschaften, der Wirtschaftskommunikation oder Ähnliches

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Logistik

Dich zieht es in die Forschung? Dann solltest du dich nach deinem Master-Abschluss um eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bemühen, denn diese bieten den ersten Einstieg in die Welt der Wissenschaft. Hier forscht du innerhalb eines Teams oder selbstständig an neuen Themenbereichen und trägst so dazu bei, den Wissensstand im Logistik-Bereich zu vergrößern und zu neuen Innovationen beizutragen. Wissenschaftliche Mitarbeiter streben in der Regel die Promotion an; diese ermöglicht weitere Karrierepfade im Hochschulwesen, aber auch in der Industrie, wo sie nach dem Erlangen des Doktortitels oft als Berater arbeiten.

  • Grundlagenforschung
  • Hochschullehre
  • Industrieberatung

Masterstudium der Logistik, des Logistikmanagements, des Wirtschaftsingenieurwesens oder eines technischen Studiums, abgeschlossen mit einer überdurchschnittlichen Note

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