Allgemeines zum Logistik Studium


Vor der Einschreibung an einer Uni, FH oder Berufsakademie stellt sich vielen Schulabgängern und Studieninteressenten die Frage, was Logistik eigentlich ist? Die Antwort lautet: Aufgabe der Logistik ist es,

bereitzustellen.

Allein an dieser Aufzählung sieht man bereits, welch wichtigen Stellenwert die Logistik nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit hat. Auch eine weitere Zahl verdeutlicht dies: Im Jahr 2009 wurden branchenübergreifend rund 200 Milliarden Euro umgesetzt. Damit ist die Logistik der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland. Und dieser Wirtschaftszweig sucht ständig nach gut ausgebildetem (akademischen) Nachwuchs. Dabei werden eben nicht nur diejenigen gesucht, die den LKW beladen und vom Werk zur Verkaufsstation fahren, sondern eben auch Organisatoren und Manager, die analytisch denken und Probleme schnell lösen können. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie der Wein aus Italien zeitgleich mit dem Käse aus Frankreich, der Wurst aus Deutschland und dem in China hergestellten Picknickkorb gleichzeitig zur „Picknick-Aktionswoche“ in den Regalen eines Supermarktes liegt. Und dieses Beispiel ist für viele Logistikunternehmen sicherlich nur eine der leichtesten Aufgaben.

Das Logistik Studium – Technik, Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft & Co
Wer sich für ein Logistik Studium interessiert und für die Studienwahl recherchiert, der wird sehr wahrscheinlich schnell viele Fragen haben. Denn man findet bei der Recherche zahlreiche verschiedene Studiengänge, die oftmals für sich beanspruchen, ein sehr guter Start in die Logistikkarriere zu sein. Dies zeigt sich auch bei einem Blick in unsere Datenbank aller Studiengänge, denn hier finden sich nicht nur Bachelor- und Masterstudiengänge wie „Logistikmanagement“, sondern auch Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen Logistik. Auch in der Wirtschaftsinformatik kann es logistische Schwerpunkte geben. Es ist also für Studieninteressenten äußerst wichtig, sich ausführlich über die Studieninhalte bzw. inhaltlichen Ausrichtungen zu informieren. Im Logistik-Schwerpunkt der Wirtschaftsinformatik geht es beispielsweise darum, spezielle IT-Systeme z.B. zur Steuerung von Warenströmen zu entwickeln, während hingegen in einem betriebswirtschaftlichen Studiengang Inhalte wie das Controlling und Verbessern von Abläufen im Vordergrund stehen.



Diese Vielfalt an Studienangeboten liegt auch in der Geschichte der Logistik, die sich in den letzten Jahren rasant verändert hat und somit aus den unterschiedlichsten Disziplinen Nachwuchs benötigte. Grundständige Logistikstudiengänge, die die verschiedenen Disziplinen vereinen, sind erst seit Ende der 1990er Jahre entstanden.

Bachelor und Master – die heutigen Studienabschlüsse
So wie sich die inhaltliche Spezialisierung der Logistik Studiengänge in den letzten Jahren verändert hat, hat sich auch das Studiensystem verändert. Durch den Bologna-Prozess (siehe unseren entsprechenden Artikel) wurden die Abschlüsse von Diplom & Co auf das zweistufige Bachelor- und Master-System umgestellt. Als Student hat man heutzutage die Option, nach dem Bachelor als Erststudium entweder ins Berufsleben einzusteigen und keinen Master zu machen bzw. den Master später berufsbegleitend zu absolvieren oder den Master direkt an das Bachelor Studium anzuschließen. Welche Variante man bevorzugt, hängt natürlich von den persönlichen Karrierewünschen und manchmal auch der derzeitigen Arbeitsmarktlage ab.

Durch das zweistufige Bachelor-Master-System wird zudem denjenigen, die zuerst einen Bachelor in BWL abgeschlossen haben, auch noch ermöglicht, sich mit einem Master für die Logistikbranche zu spezialisieren. So kann auch ein Quereinstieg gelingen.

Was sollten Studieninteressenten mitbringen?
Wer später in der Logistik arbeiten möchte, an den werden bestimmte Anforderungen gestellt, die man im Studium sicherlich verbessern kann, die aber auch schon vor Studienbeginn zumindest ansatzweise vorhanden sein sollten. Die Anforderungen an den modernen Logistiker sind nämlich enorm, neben umfangreichen Fachwissen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Information werden auch eine Reihe Soft Skills wie Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick und interkultureller Kompetenz dringend benötigt. Logistikmanager müssen in hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und für die unterschiedlichsten Herausforderungen eine Lösung finden. Sei es der Zusammenbruch der Lieferkette aufgrund eines Vulkanausbruchs mit anschließender Aschewolke oder der Streik im chinesischen Werk, der die Fertigstellung der zu liefernden Ware verzögert – hier sind die ganzen Fähigkeiten eines Logistikmanagers gefragt.