Dual studieren: Vorteile und Nachteile des dualen Studienmodells

In Deutschland boomt das duale Studium. Nicht nur im Bereich Logistik, sondern auch in zahlreichen anderen Fachgebieten sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Studiengänge entstanden, wie du folgende Grafik zeigt:

Statistik duales Studium

Leider gibt es derzeit noch keine aktuelleren Zahlen, aber auch dieses Diagramm zeigt deutlich den Anstieg der dualen Studenten. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhält.

Duale Studenten

Umso wichtiger ist es für Studieninteressenten, sich vor der Wahl des Studienmodells („normales“ Vollzeitstudium oder duales Studium) über die Vorteile und Nachteile zu informieren. Mit diesem Artikel wird dir daher ein Überblick gegeben, was es heißt, (Logistik) dual zu studieren. Einen Überblick über duale Logistik Studiengänge erhältst du in unserer Datenbank.


Duales Studium: Vorteile und Nachteile

Ein duales Studium bietet auf den ersten Blick gegenüber einem „normalen“ Vollzeitstudium einige Vorteile. Allerdings gibt es ja auch oftmals die Kehrseite der Medaille und auch Nachteile eines solchen Studienmodells. Hier kannst du dir einen geordneten Überblick über die Vorteile und Nachteile verschaffen

Praxiserfahrung, mehrere Abschlüsse und Freizeit
Vorteile: Einer der Hauptgründe, um sich für ein duales Studium zu entscheiden, ist der hohe Praxisbezug im dualen Studium. Der Vorteil für den Studierenden ist, dass er bereits während der Studienzeit durch die Einbindung ins Unternehmen und die dortige Mitarbeit in die praktischen Betriebsabläufe eingebunden ist und somit vieles praktisch erlernt, was ansonsten im Studium nur theoretisch und anhand von Beispielen vermittelt wird. Außerdem gibt es bei den sogenannten ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen sogar die Möglichkeit, zwei Abschlüsse (Ausbildungs- und Studienabschluss) zu erlangen. So kann man zum Beispiel im Bereich Logistik neben dem Bachelor noch den staatlich anerkannten IHK-Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel“ vorweisen.

Nachteile: Durch die sehr praktische Ausrichtung kommt der wissenschaftliche Aspekt des Studiums meist zu kurz. Es werden nur die wichtigsten theoretischen Modelle diskutiert und es erfolgt kein weiterer vertiefender Blick in die Materie. Zudem ist man durch die frühe Spezialisierung auf einen Beruf sehr eingeschränkt. Während man sich in einem „normalen“ Vollzeitstudium erst nach den ersten zwei oder drei Semestern für Schwerpunkte entscheiden muss (und dadurch länger Zeit hat, herauszufinden, was einem wirklich Spaß macht), entscheidet man sich mit dem Beginn der Ausbildung für einen konkreten Beruf. Merkt man dann während des dualen Studiums, dass man nicht die richtige Wahl getroffen hat, ist es schwierig, ein duales Studium (evtl. inkl. Ausbildung) abzubrechen. Außerdem ist die Freizeit von dualen Studenten sehr eingeschränkt. Statt den mehrmonatigen Semesterferien haben duale Studenten nur den normalen Urlaubsanspruch zwischen 25 und 30 Tagen. Durch die Doppelbelastung von Studium und Arbeit kann es zudem sehr stressig sein, dual zu studieren.

Bezahlung von Gehalt und Studiengebühren
Vorteile: Für die Arbeit im Unternehmen erhältst du eine Ausbildungs- bzw. Praktikumsvergütung. Zudem bezahlen die meisten Unternehmen die Studiengebühren an der Berufsakademie oder dualen Hochschule. Bei manchen privaten Hochschulen, an denen man z.B. Logistik dual studieren kann, musst du allerdings selber auch noch einen Teil der Studiengebühren tragen. Allerdings hat man in einem dualen Studium durch das Gehalt oftmals einen niedrigeren finanziellen Aufwand als in einem normalen Studium.

Nachteile: Das Gehalt im dualen Studium ist nicht immer wirklich hoch. Da das Unternehmen die Studiengebühren bezahlt, ist die Vergütung für duale Studenten durchaus geringer als für andere Auszubildende im Betrieb. Und auch während eines „normalen“ Studiums kann man natürlich durch studentische Nebenjobs Geld verdienen und sich somit sein Studium finanzieren. Zudem möchte das Unternehmen, das ja während der Ausbildungs-/ Praktikumszeit Geld und Arbeit in dich investiert, auch davon profitieren und dadurch bindet man sich als dualer Student teilweise auch über das Studium hinaus noch an die Firma.

Jobsicherheit oder Flexibilität
Vorteile: Wenn man erstmal nach dem Bewerbungsverfahren einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz bei dem gewünschten Unternehmen und den passenden Studienplatz bei der Berufsakademie oder dualen Hochschule bekommen hat, dann hat man in der Regel einen sicheren Job. Und auch nach dem Ende der dualen Studienzeit erhält man im Normalfall einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Aufstiegs- und Karrierechancen. Die Suche nach dem Berufseinstieg nach Studienende entfällt also und man verdient direkt ein monatliches Gehalt.

Nachteile: Man bindet sich sehr an ein Unternehmen und hat dadurch nicht wie „normale“ Studenten die Möglichkeit, während des Studiums in verschiedene Firmen in verschiedenen Branchen „reinzuschnuppern“ und somit unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln.

Fazit

Man kann keine generelle Empfehlung pro oder contra duales Studium aussprechen. Es kommt vor allem auf deine individuellen Wünsche und deine Erfahrungen an. Wenn du bereits weißt, dass die Ausbildung in diesem bestimmten Bereich dir viel Spaß machen wird, ist ein duales Studium sicherlich nicht verkehrt. Wer aber wiederum noch nicht genau weiß, in welcher Branche er nach dem Studium arbeiten möchte, der ist mit dem flexibleren „normalen“ Studium sicherlich besser bedient. Wichtig ist, dass du dir einen sehr gründlichen Eindruck von den verschiedenen Studienmodellen machst und dich zum Beispiel auf Bildungsmessen und in persönlichen Gesprächen umfassend informierst. Dann wirst du auch die richtige Entscheidung treffen können, ob du Logistik normal oder dual studieren möchtest.

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